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Regionalbus Aichfeld
 

Ein echter Qualitätssprung.
Im öffentlichen Verkehr im Aichfeld wurde mit der Inbetriebnahme des regionalbus aichfeld am 3. Februar 1996 erreicht: Diese ab 1. März 1997 in den künftigen Verkehrsverbund Steiermark völlig integrierte Neuordnung des regionalen Busverkehrs verknüpft die Gemeinden Judenburg, Fohnsdorf, Zeltweg, Spielberg und Knittelfeld miteinander. Drei Buslinien bedienen das Aichfeld im Halbstunden-Takt, durch Überlappungen ergibt sich in den dichter besiedelten Gebieten sogar ein Viertelstunden-Takt – ein regionales Busangebot mit Stadtverkehrsqualität für rund 50.000 Einwohner also. Zustandegekommen ist der regionalbus aichfeld, das muß deutlich hervorgehoben werden, dank der modellhaften Mitfinanzierung durch die fünf genannten Gemeinden.

Im regionalbus aichfeld sind bereits alle Elemente des Verkehrsverbundes enthalten. Die freie Übertragbarkeit der Fahrkarten, Fließdatum oder 10-Zonenkarte sind klassische Verbundmerkmale. Bis zum Start des Verkehrsverbundes Steiermark galten in der "Tarifinsel" Aichfeld Tarif und Fahrpreise wie für eine Zone des Verkehrsverbundes Großraum Graz. Auf der Angebotsseite brachte der regionalbus aichfeld mehr als eine Verdoppelung des bestehenden Busangebotes von Postautodienst, Kraftwagendienst der ÖBB und der Firma Watzke. Dazu kamen die neuen Tarife, die den Aichfeldern Fahrpreisreduktionen um bis zu 70 Prozent bescherten. Eine neue Generation von Steyr-Volvo-Niederflurbussen im Aichfeld-Design setzt neue Maßstäbe in der Region, acht Busse wurden sukzessive angeschafft, zwei weitere folgen noch. Die Vorteile für die Fahrgäste: Die Einstiegshöhe wurde gesenkt, und drei vollautomatische Türen öffnen den Weg zu einer modernen Innenausstattung. Die einheitliche und übersichtliche Neugestaltung der Haltestellen ist ein weiteres, optisches Element dieses Buskonzeptes.

Doppelt so viele Fahrgäste.
Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten und bewies, daß ein gutes Angebot auch von der Bevölkerung angenommen wird. Mit Ende des Jahres waren insgesamt 326.182 Fahrscheine für den regionalbus aichfeld verkauft, das entspricht hochgerechnet der Zahl von 1,11 Millionen beförderten Personen – eine Verdoppelung gegenüber den Fahrgastzahlen im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Und die Kostenseite? 1996 betrugen die Gesamtkosten für den regionalbus aichfeld 27,4 Millionen Schilling, davon erhielten die Verkehrsunternehmen 24,8 Millionen für den Linienbetrieb, knapp 1,4 Millionen für Abfertigungsgeräte und für neue Niederflurbusse. Knapp 1,3 Millionen Schilling gingen für Marketing und die von den Gemeinden eingerichtete Koordinationsstelle auf. 11,5 Millionen Schilling erwirtschafteten die Verkehrsunternehmen durch den Fahrscheinverkauf und die Schülerfreifahrt selbst. Insgesamt kostete der regionalbus aichfeld die öffentliche Hand 15,8 Millionen Schilling, dazu leisteten die fünf Aichfeld-Gemeinden einen Beitrag von 6,2 Millionen. Unter anderem durch höhere Einnahmen aus Fahrscheinverkäufen als erwartet liegt der Zuschußbedarf um 1,4 Millionen unter dem budgetierten Wert.

Wir verbinden die Aichfelder miteinander.
Umfangreiche Marketingmaßnahmen begleiteten die Einführung des regionalbus aichfeld. Mit großflächigen Citylight-Plakaten wurde auf das neue Design der Busse aufmerksam gemacht ("Wir verbinden die Aichfelder miteinander"). Anzeigenserien in Tages- und Wochenzeitungen strichen die Vielseitigkeit des regionalbus aichfeld hervor ("Der Pendlerbus", "Der Einkaufsbus", "Der Freizeitbus") und informierten über das Vorverkaufsnetz. Eine Woche vor dem Start wurden die Aichfelder mit einer Postwurfsendung umfassend mit Details über das Liniennetz, das neue Tarifsystem und mit aktuellen Fahrplänen versorgt. Das Regionalbusbüro im Knittelfelder Stadtbauamt entwickelte sich zur Anlaufstelle für Tarif- und Fahrplaninformationen. Am 3. Februar stieg das große Eröffnungsfest. Eine Sonderfahrt im neuen, wasserblauen Bus führte durch alle fünf Städte und bot der Bevölkerung ein Rahmenprogramm mit Heißluftballon, Blasmusik, Straßentheater und riesiger regionalbus-Torte, die in kürzester Zeit verputzt war. Ach ja, nicht zu vergessen: Am ersten Tag, einem langen Einkaufssamstag, gab es natürlich Nulltarif zum Kennenlernen.

Siehe auch unter: www.verbundlinie.at

erstellt von Klaus Pirker am 28.07.2004 um 17:05:41
bearbeitet von Roland Widowitz am 02.09.2004 um 22:44:02
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